Gaslighting

Gaslighting macht nur einen glücklich
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Dating FAQ – Gaslighting

Was ist Gaslighting?

Gaslighting ist ein Fachbegriff der Psychologie für Lügen, Täuschen und psychische Manipulation. Es kann bis zu emotionalem Psychoterror und Gehirnwäsche gehen, bei dem das Opfer schließlich am eigenen Verstand zweifelt. Das Ziel von Gaslighting ist es, das Selbstvertrauen und die Realitätswahrnehmung des Opfers systematisch zu zerstören. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Identitätsverlust führen. Denn Gaslighter üben Dominanz und Kontrolle aus. Sie brauchen das Gefühl, den anderen zu beherrschen und versuchen ihr „Opfer“ stets in Unsicherheit, Zweifel und Ängsten zu wiegen. Menschen, die Gaslighting bewusst einsetzen, besitzen häufig eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Sie betreiben ihre Spiele aus reinem Machtstreben und Böswilligkeit.

Solche Manipulatoren sind geschickte Menschentäuscher. Sie können zum Beispiel auf den ersten Blick einnehmend, „wie ein Traum“, erscheinen. Sie machen dem Gegenüber klar, die Liebe des Lebens gefunden zu haben, was meist mit einem raschen Zusammenziehen und/oder Heirat endet. Denn Ziel ist es, das „Opfer“ möglichst schnell in einen emotionalen Kreis zu holen und „unter Kontrolle“ zu bringen.

Herkunft des Begriffs

Der Begriff Gaslighting stammt von dem Film Gaslight aus dem Jahr 1948. Dieser Film ist besser bekannt unter dem Titel „Das Haus der Lady Alquist“. Darin versucht ein Ehemann seine Ehefrau, gespielt von Ingrid Bergmann, systematisch in den Wahnsinn zu treiben. Er inszeniert Dinge wie das grundlose Herabdimmen der Gaslichter in der Wohnung und stellt es so dar, als würde es nur in ihrer Vorstellung existieren. Sein Motiv im Film ist reine Geldgier, um an das Vermögen seiner Ehefrau zu kommen.

Ist Gaslighting schlimmer als „Ghosting?“

Klares Ja. Und Gaslighting wird auch als gefährlichster Datingtrend überhaupt beschrieben. Ghosting – der plötzliche Kontaktabbruch ohne Vorwarnung – ist unangenehm, kann Selbstzweifel auslösen und Spuren hinterlassen, aber dafür ist der „Geist“ endgültig weg und kann keinen Schaden mehr anrichten. Beim Gaslighting wird eine Form der emotionalen Manipulation und Gehirnwäsche vollzogen. Das Gegenüber wird durch gezielte Äußerungen und Herabwürdigungen dazu gebracht an sich selbst zu zweifeln. Es verliert dann im schlimmsten Fall zunehmend das eigene Selbstbewusstsein, die eigene Identität. Gaslighting ist eine Form von psychischer Gewalt und ist brandgefährlich.

Klare Anzeichen von „Gaslighting“

  • Unbegründete Vorwürfe, die immer wieder auftauchen
  • Ständige Aggressivität, gerade bei scheinbaren Kleinigkeiten
  • Verbreitung von Unwahrheiten, die das Opfer ständig in einen Rechtfertigungszwang bringen
  • Kleine, oft wiederholte Entwertungen im Alltag: „Du warst ja schon immer schwierig“, „sei froh, dass du mich hast, wer sollte es sonst mit dir aushalten?“
  • Schnelle Eskalation: Konfrontiert selbst mit offensichtlichen Fehlern, streitet der Gaslighter alles ab. Er wird unnatürlich emotional und verdreht die Tatsachen.
  • Erhöhte Abhängigkeit: Gaslighter erniedrigen nicht nur, sie schenken umgekehrt Nähe und Geborgenheit, verbunden mit den Sätzen, dass er ja „da ist“ und „alles gut wird“
  • Falsche Hoffnungen, die immer wieder geweckt werden
  • Gezielte Isolation von Familie und Freunden wie selbst von einfachsten, alltäglichen Besorgungen
  • Schaffen von Feinbildern und verbreiten von Halbwahrheiten
  • Zerstörung von persönlichen bedeutsamen Gegenständen. Zum Beispiel Kleidungsstücken, etc.

Gaslighting – nur ein Datingphänomen?

Nein. Gaslighting entsteht nicht nur innerhalb einer Beziehung. Es kann bei Freundschaften genauso auftreten wie zwischen Kollegen in einem beruflichen Kontext.

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Wer ist betroffen?

Wichtig ist zu erkennen: Jeder kann Opfer von solch einem Psychoterror werden. Dennoch lassen sich vor allem Singles, die an einem verletzten Selbstwertgefühl aufgrund früherer, negativer Erfahrungen leiden und/oder lange Zeit ohne Beziehung waren, von einem vermeintlichen „Traumpartner“ leichter beeinflussen. Doch es kann ebenso Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl treffen, die vermeintlich glauben, ihnen kann so etwas nicht passieren. 

Do oder Don’t?

Gaslighting ist für uns ein absolutes Don`t und mit das Schlimmste, was man einem Menschen innerhalb einer Beziehung antun kann. Es passiert nicht zufällig, sondern ist vorsätzlich. In diesem Fall kann man von einem „Täter“ sprechen, der den Wunsch nach extremer Kontrolle besitzt und sich mit Herabsetzung seines Partners innerlich erhebt. Die Zweifel an der eigenen Wahrnehmung zu schüren, ist perfide und macht den Betroffenen hilflos, machtlos und abhängig.

Wie damit umgehen?

Auch bei größter Verliebtheit und der berühmten, rosaroten Brille ist es gut, das engste Umfeld aus Familie und Freunden in die entstehende Beziehung miteinzubeziehen. Diese haben meist einen objektiveren Blick auf den Partner und können Anfänge der Manipulation früher und leichter erkennen.

Die beste und wirkungsvollste Methode aber ist, sich solch einer manipulierenden Person zu entziehen. Entfernung ist die goldene Regel. Zum Beispiel kann da ein Urlaub oder längerer Familienbesuch oft Klarheit in die eigene Unsicherheit bringen. Auch das Suchen von professioneller Hilfe sorgt für die notwendige Kraft, die man letztendlich benötigt, um solch eine Person endgültig aus seinem Leben zu entfernen.

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